Ohne ihn hätte es keinen Vermeer oder Rembrandt gegeben.

Caravaggio (Michelangelo Merisi aus Caravaggio) 1573–1610

Der kranke Bacchus

„Der kranke Bacchus”
(Selbstportrait nach schwerer Erkrankung am Römischen Fieber),
Galleria Borghese, Rom
Seine Malerei war für seine Zeit skandalös, sein Leben nicht weniger. C. nahm bei seinen Werken und seinem Leben keine Rücksicht auf gesellschaftliche und religiöse Empfindungen und Erwartungen – er provozierte.

Tod der Jungfrau Für Auftragsarbeiten von heiligen Motiven holt er Modelle von der Straße, Menschen aus den untersten Bevölkerungsschichten. Selbst für die heiligsten Szenen wie den „Tod der Jungfrau” wagte er eine tote Prostituierte aus dem Tiber als Maria zu nehmen – ein Sakrileg! Jedes seiner Bilder war ein Skandal, seine Lebensart brachte Ihn von Kerker zu Kerker.

Seine Auftraggeber und Mäzene erkannten aber auch sein Genie, die Schaffung einer neuen Stilepoche. Am Ende der Hochrenaissance, der Zeit des Manierismus, war seine Bildsprache des Licht- und des Schattenkontrasts die Apotheose, was man später Barock nennen sollte.

Caravaggio wurde 1610 tot am Strand von Ostia gefunden; er war nicht einmal 40 Jahre alt. Kein anderer Maler hat in der Kunstgeschichte so gravierend eine Epoche gestaltet.


Links: Galleria Borghese, Italien
Web Gallery Of Art, Ungarn

Buchtipps: „Caravaggio”, Gilles Lambert,
Taschenverlag,
ISBN 3–8228–0818–0

„Maler, Mörder, Mythos”,
Jean Hubert Martin, Bert Antonius Kaufmann (Hg.),
Hatje Cantz Verlag,
ISBN 3–7757–1807–9


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